Wilkommen im neuen Jahr! …. wenn ich mir den Blog hier ansehe frag ich mich: wo ist das alte Jahr denn hin? o.O

Zum Jahresende hin werde ich immer etwas melancholisch und lasse gerne das alte Jahr Revue passieren. Was hat mich beschäftigt, was waren meine Herausforderungen, was meine Highlights?

Stimmtechnisch ist im letzten Quartal nicht viel vorwärts gegangen, seit dem Tonstudioworkshop hab ich nur mein Muss erfüllt. November/Dezember ist auch die Zeit des Rückzugs, des in sich kehrens. Alles darf langsamer werden, sich setzen. Und genau das war für meine Stimme nötig.

Ich bin der Meinung, Lernen funktioniert nicht linear. Man baut nicht immer nur auf. Es ist zirkulär und es tragen manchmal ganz andere Entwicklungen zu einem plötzlichen Quantensprung im Lernfeld bei. Oft muss man etwas erst vergessen, um es danach in seiner Ganzheit neu zu lernen, das habe ich sowohl in der Kampfkunst wie im Spracherwerb erlebt.

Das ist auch die richtige Zeit, Raum für Fragen zu schaffen. Fragen die wir oft in der Hektik des Alltags abwürgen. Fragen, die sich oft am Besten in ruhigen Vollmondnächten in einem verschneiten Wald zeigen, wie eine Eisblume am Fensterglas. Heute so selten.

Warum spreche ich? Warum will ich erzählen können? Warum will ich (gut) klingen?

Weil ich gehört werden will. Weil ich Teil der Gemeinschaft sein möchte und meine innere tiefe Wahrheit strahlen lassen will. Weil die Illusion der Getrenntheit so weh tun kann aber einfach zum Menschsein gehört. Ein Schmerz den ich erst vor kurzem als Worte verpackt gefunden habe, in Gedichten. Meist von Frauen vor allen aber von Mascha Kaléko und Else Lasker-Schüler.

Und so banal das klingen mag, ist jedoch die Erkenntnis meiner eigenen Motivation auf diese einfache Frage enorm bedeutsam. Es ist ein Puzzle Stück in meiner inneren Seelenlandschaft, das mich aufbaut und motiviert.

Ich habe noch ein halbes Jahr in der Ausbildung. Ich will mir Zeit nehmen mich selbst zu hören und gehört zu werden. Eine Stimme und Sprache wie klares kaltes Wasser, mal hell klingend, mal rauschend, mal sanft fließend.

Ich habe den Mut zu klingen, Resonanz zu schaffen, auf das Echo zu hören und meine inneren Werte als Standpunkt nach außen zu tragen.

Danke.

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