Nach bestandenem Zwischenprüfungs-Chaos nun das positive: der Tonstudio Workshop! Nur wer die Prüfung besteht, hat das OK für das Tonstudio. Ich hatte keine großen Erwartungen, hatte nur gehört, dass es sehr spannend und auch spaßig ist. Aber es war viel mehr: einfach großartig! 🙂

Für mich war es das erste Mal in einem Tonstudio, mit einer Kollegin und zwei Kollegen haben wir einen Halbtag im Soundfeiler in Wien verbracht. Und es hat gleich mit der Vorstellrunde in der Tonstudiokabine angefangen, mit professionellem Equipment und geduldig-witziger Einführung. An die Kopfhörer, über die du dich selbst nochmal hörst, muss man sich auch erst gewöhnen. Wir haben Einblicke in den Sprecher- und Tonstudioalltag bekommen, sozusagen gesehen wie der Hase läuft. Und dann ist es auch gleich zu Aufnahmen von Texten gekommen, jeder von uns hat verschiedene Texte aufgenommen und gleich mit Regieanweisungen Passagen nochmal aufgenommen. Feedback vom Tonstudio-Mann inklusive 🙂

Das Mikrofon macht schon interesante Dinge mit der Stimme, es ist gnadenlos ehrlich und hört jedes kleine Ploppen, Schmatzen und Schnalzen (daher auch die schwarzen Netzteile vor dem Mikrofon: der Plopp-Schutz). Auch die Sprechrichtung und wie weit man vom Mikro weg steht haben großen Einfluss auf die Tonqualität bzw. erzeugen interesante Effekte. Wenn man z.B. „Aaaaaaah“ sagt und dabei einen kleinen Schritt vom Mikrofon weg macht, klingt es wie der Koyote von Road Runner, der von der Klippe fällt 😀

Das Highlight war eindeutig die Aufnahme von einem TV-Werbespot. Das fertige Video wurde ohne Tonspur abgespielt und wir haben den Text dazu gesprochen. Ganz schön tricky, denn das Tempo muss relativ genau passen. Da hat man dann auch schon gesehen, was im Tonstudio alles möglich ist und was nicht. Pause zu lang, kein Problem, zwei klicks und weg. Wer aber zu lange/langsam redet muss schneller werden, da gibt es kaum technische Hilfsmittel. Zum Schluss haben wir uns die Spots angesehen – es ist ein ganz eigenes Gefühl einen TV-Spot mit seiner eigenen Stimme zu hören. Irgendwie gehört sie dir, aber irgendwie auch nicht.

Kurz: es war eine großartige Erfahrung, die mich sehr motiviert hat weiter konsequent(er) zu üben. Außerdem ist das Berufsbild „Sprecherin“ realer geworden und ich kann mir gut vorstellen,beruflich mehr Zeit in einem Tonstudio zu verbringen.

 

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