Murphy’s Law: alles was schief gehn kann, geht schief!

Ich habe mir vor der Zwischenprüfung (die einfach ein Probelauf der Endprüfung ist) extra zwei Wochen freigehalten damit ich noch viel Üben und Lernen kann. Besonders Aufnahmen wollte ich machen. Dann lag ich über eine Woche total Verkühlt mit allen drum und drann im Bett -.-

Ich hatte nicht geübt um meine Stimme wegen den Halsschmerzen zu schonen. Ich hab mich gefühlt wie überfahren, zerkaut und wieder ausgespukt. Und ich hatte am Tag zuvor meine Tage bekommen. Was für eine Ausgangslage, Murphy sei dank! -.-

Die Zwischenprüfung besteht aus einer Vorstellrunde, Theoriefragen zur Sprechtechnik, vier Texten (Nachrichten, Beitrag, Moderation und Werbung) zum Sprechen und dem sogenannten Sprechdenken zum Schluss.

So saß ich mit belegter Stimme dort, emotional dünnhäutig und übersensibel und hab mich von den Klauen der Kritik zerreißen lassen. Es war hart. Es hat einfach nichts an diesem Tag geklappt. Ich hab viel Kritik bekommen, teilweise sehr harsch formuliert. Ich habe um Professionalität gerungen (und wie ich später erfahren habe, hat das auch sehr gut geklappt). An dem Tag hab ich nur mehr negatives gehört und Zuhause hab ich mich unter die Bettdecke verkrochen und mich in den Schlaf geheult. Wie das starke Frauen halt so machen. Emotionale Hygiene und so…

Und mein Hirn wusste ja, dass alles halb so wild war. Half trotzdem nicht viel. In dem Moment war ich hilflos der Kritik ausgesetzt. Einerseits wollte ich ja lernen, die Kritik umsetzen und es besser machen. Andererseits dachte ich mir zwischendurch, ob ich überhaupt irgendetwas richtig gemacht habe. Ob ich die Ausbildung überhaupt schaffe.

Ein paar Tage später hat mir Susanne, eine der Prüferinnen und Sprechtechnik Trainerin, nochmals all die positiven Feedbacks gegeben, die ich an dem Tag nicht mehr gehört habe. Und für den Rest hat sie mir konkrete Übungen und konstruktives Feedback gegeben. Sie ist immer wie Balsam für meine Seele ♥

Fazit:Sprecherin zu sein bedeutet auch an schlechten Tagen gute Stimm-Produkte abzuliefern. Auch wenn alles schief geht. Außerdem ist die Stimme hier das Produkt und konstruktive Kritik an einer Aufnahme bedeutet eben nur das: Kritik an der Aufnahme. Es hat nichts persönliches, betrifft nicht meinen Charakter. Die „Stimme von der Persönlichkeit zu trennen“ ist wichtig – und sehr schwer für mich. Zum Beispiel das Feedback „Das klingt hier komisch, die Tonlage passt nicht“ kann (oft unbewusst) schnell als emotional verstanden werden und man hört dann im eigenen Kopf „Du bist komisch“. Eben weil Stimme und Persönlichkeit so eng verbunden sind, ist es als Sprecherin umso wichtiger Grenzen zu ziehen und die eigene Stimme auch als Produkt wahrzunehmen.
Danke Murphy, ich habe viel gelernt und die Endprüfung kann nur besser werden 🙂

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