So, jetzt haben wir fast August, 7 Monate Ausbildung hab ich schon hinter mir O.o Wow! Schockierend, aber gut! Was hat sich getan?

Schön ist zu sehen, dass ich schon viel mehr Kontrolle über meine Stimme habe und sie besser Modulieren kann. Ich habe mich auch mit dem Klang meiner eigenen aufgenommenen Stimme angefreundet (!!!)  und finde sie immer schöner! Ein wichtiger Schritt! Dadurch habe ich deutlich an Selbstsicherheit gewonnen und traue mich jetzt mehr zu experimentieren und auch mal „blöd“ zu klingen. Die Unterschwellige Erwartungshaltung „Ich muss gut klingen“ ist dadurch abgeflaut. Kein Selbst-Druck mehr und mehr Spaß. Das ist hoffentlich der Anfang der „professionellen Wurschtigkeit“, also eine gewisse Ruhe und Routiniertheit die man mit steigender Erfahrung gewinnt.

Spannend ist es zu sehen, wie eng Sprechen mit Persönlichkeit und Schauspiel zusammen hängt. Mein letzter Workshop mit Martin Pfisterer war da besonders beeindruckend! Mit einfachen aber effektiven Körperübungen, ist jeder an eine persönliche Grenze gekommen, die im Raum spürbar war. Und jeder ist durch die angeleitete Arbeit mit einem einfachen Satz/Text tiefer in seine eigene Persönlichkeit eingetaucht und hat sofort die Auswirkung auf die Stimme gehört. Bemerkenswert!

Bisher war wohl der Hauptfokus in der Schule Aussprache und etwas Atmung. Viel Theorie, Deutsch sozusagen richtig lernen. Klingt fad, is es für viele auch, aber ich finds spannend und ich hab Phonetik und (was oft zusammenhängt) Etymologie sehr gerne. Da bin ich wohl ein Sprach-Nerd 😛

Ein paar tolle „Bilder“ hab ich bisher mitbekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

  • SprecherInnen brauchen ja eine entspannte Körperhaltung mit der richtigen Grundspannung. Stellt euch vor in der Kopfmitte ist ein Docht oder Faden der euch aufrecht hält, hinter euch steht jemand und stützt euch sanft den Rücken und die Füße sprießen mit Wurzeln die euch verankern und ihr sprecht durch den Bauchnabel und das Herz hinaus! Hmmm, schön!
  • Ein anderer Trick: bei vielen Genres ist das lälcheln ganz wichtig beim sprechen, das hört man und gibt einen weichen freundlichen Ton! Lächelt auch von innen und stellt euch vor, wie ein großer, strahlend gelber Smile-Luftballon in eurem Bauch aufgeht. Das bringt euch von innen zum Lächeln und weitet euren Atemraum.

 

Und  was jetzt?

Kurzfristige Ziele: eine fixere Übungroutine zu erstellen und einzuhalten! Profis üben JEDEN Tag mind. 30min. Nur so bleiben die Sprechwerkzeuge geschmeidig. Außerdem gehört damit auch noch die Sprechtechnik vertieft/fixiert bis sie im Unterbewusstsein ist. Anbeblich muss man ja etwas 10.000 Mal wiederholen, bis man es gemeisteret hat… Da hab ich noch was vor mir! 🙂

Mittelfristige Ziele: im Oktober hab ich offiziell Zwischenprüfung! Die möchte ich gut bestehen um dann die Abschlussprüfung, am besten mit Ausgezeichnetem Erfolg :D, zu bestehen. Auch überlege ich, mir ein eigenes professionelles Mikrofon zum Üben zuhause zu leisten, das Handy hat halt seine Grenzen.

Langfristige Ziele: Weltherrschaft?! Ne, Frauschaft über mein Leben reicht mir, ich möchte Stimm- und Persönlichkeitsentfaltung zu meinem Beruf machen und davon gut leben können. Auf gehts!

 

 

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