Rückblickend gesehen, ist alles halb so wild. Wenn du aber gerade in der Achterbahn sitzt, links von dir deine Psyche die so garnicht weiß wie ihr geschieht („Hab ich jetzt Höhenangst oder nicht?) und hinter dir die Emotion (braucht zwei Plätze) die kreischt, lacht und weint gleichzeitig, dann ist alles wild und dramatisch und man sieht nichts mehr. Und das waren meine letzten Wochen 😀Persönlichkeitsentwicklung ist ja eines der Themen dieses Blogs. Aber was heißt das eigentlich, Persönlichkeits-Ent-Wicklung? Schäle ich mich so lange selbst, bis ich (wie eine Zwiebel) am Kern angelangt bin? Ist es dasselbe wie der Trend der Selbstoptimierung, ganz nach dem Motto immer besser, schneller, g’scheiter? Ist es Yoga, Meditation und Räucherstäbchen? Aufstöbern und Umprogrammieren von (Verhaltens)Mustern?

Fix ist: es gibt so viele Ansätze, Blickwinkel und Techniken wie es Menschen gibt. Jeder ist einzigartig. Und so gehyped und toll das ganze ist: wenn du grad in der Achterbahn sitzt (und du willst ja, denn du möchtest dich entwickeln) dann scheint alles nicht so einfach!

Es gibt Fahrten, die sind überschaubar und mit einem Gespräch mit der besten Freundin und Pralinen wieder vorbei. Es gibt Fahrten die sind so schnell, dass man verwirrt wieder dasteht und erst nach ein paar Tagen merkt, dass man wo ganz wo anders ist als zuvor. Es gibt schleichende Fahrten, da weiß man nicht was los ist, irgendwie ist alles subtil anders, man ist vielleicht gereizt oder  verkriecht sich unbewusst oder hat Heulanfälle ohne zu wissen warum.

Die gefährlichsten Fahrten sind jedoch die, in denen du vergisst das es eine Achterbahnfahrt ist. Du siehst das ganze Bild nicht mehr. Du nimmst das Rauschen des Windes in den Ohren und das Kreischen deiner anderen Persönlichkeitsteile als Norm wahr und versinkst vielleicht darin. Ziele verlieren sich aus den Augen, Vorsätze werden überdeckt und irgendwie entgleist einfach alles. Vielleicht lenkst du dich mit Filmen, Serien, Büchern oder Videospielen ab. Vielleicht machst du umso mehr Party und neigst zum Alkohol. Oder du mummelst dich Zuhause ein und verschanzt dich in einer Blase aus selbsterdachten Gründen, warum du nicht rausgehen solltest und warum alle Menschen doof sind. Facebook kann ja auch als sozialer Kontakt gelten und ich hab ja 483 Freunde, nicht?!

*Ausatmen*

*Einatmen*

Manchmal überrumpelt uns das Leben einfach und jegliche Veränderung muss verarbeitet werden. Da geht es jedem gleich, nur das Wie unterscheidet sich. Es kann angsteinflößend sein über die innere Achterbahn zu sprechen, gleichzeitig kann es aber das Endstück zum Ausgang sein. Persönlichkeitsentwicklung ist das überwinden dieser angstgesteuerten Grenzen. Raus aus der Komfortzone ist die Devise. Und wenn man mal draußen ist, aus der Komfortzone und dem „Inneren Bösen Wolf“ in die Augen gesehen hat? Wenn du verwirrt, erschöpft und bis zum letzten Ende dich gestellt hast? Die Wahrheit ist, danach kommt nur eine Ruhepause. Es wird nicht sofort alles klappen, Prozesse brauchen Zeit. (Für ungeduldige Stiere wie mich eine besonders harte Lektion). Und nach einiger Zeit ist alles Gut, Neues integriert und du steuerst schon wieder zur Achterbahn für ein weiteres Ticket… 🙂

 

 

 

 

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