Ich muss ja schon selbst lachen wenn ich schon wieder einen Vergleich zwischen Sprechen und Kampfkunst finde. Ich hätte nie gedacht, dass mir die Erfahrung in der Kampfkunst so sehr hilft und mein Denken und Erfahren so beeinflusst. (Danke! :))

Was besonders heraussticht ist der Lernprozess von Bewegungen. Ein rein intellektuelles Verständnis macht dich nicht zum Meister einer Bewegung. Zuerst lernst du die Bewegung kennen, dann verstehen, dann vergisst man es meist in einer Phase der Verwirrung und Integration um dann plötzlich den Aha-Moment zu haben. Und dann erst, fängt das Training an!

Das heißt, die Phase der Verwirrung und die Frustration ist ganz natürlich. Ich habe so oft gesehen wie Schüler plötzlich die einfachsten Bewegungen in Frage stellen und verwirrt sind. Das ist normal.

Für die Aussprache gilt genau das gleiche: die Zunge ist ein Muskel und lernt neue Arten sich zu bewegen. Kleine Nuancen machen hörbare Unterschiede. Und ich sag dir eins: Tausend mal EI zu sagen (sprich [AE] so wie das Englische „i“) und es noch immer nicht im Text richtig zu lesen ist frustrierend! Und ich hab schon mehrmals ein EI wo eingebaut wo gar keines war. Eindeutig Verwirrungsphase!

Sobald mir jemand sagt „Lies das vor“ will ich alle gelernten Dinge beachten und auch noch gut klingen. Atmen, langsam sein, Pausen machen, Überbinden, da ein IG, dort ein Vokalansatz, hier ein Schwa und….. aaaah war da vorher ein EI …. -.-

Ein einfacher Satz meiner Lehrenden hat mich dann gerettet: Es gibt die Technik und die Anwendung/Modulation. Das sind zwei verschiedene Dinge die extra geübt werden.

Eh klar! Mwah, wie dumm von mir, es ist wie in der Kampfkunst! Technik wird langsam mit viel Konzentration und auch mal übertrieben geübt. Nur so lernt der Körper die volle Bewegung.  In der Anwendung ist die Technik halt grad so wie sie ist – der Fokus aber auf dem Ganzen, beim Vorlesen eben auf einer guten Modulation.

Das entspannt mich! Ich verlange immer so schnell Perfektion von mir, und dass manches einfach seine Zeit braucht weiß ich zwar, will es aber trotzdem überspringen 😀

Jetzt erstelle ich einen Übungsplan für mich: ein Teil Technik, in der ich an der Reinheit meiner Laute arbeite und ein Teil Modulation, wo nur die spannende Erzählweise in Vordergrund steht. EI hin oder her!

Interessieren dich solche Technik Übungen? Soll ich mal extra Wortreihen online stellen? Oder wären dir andere Tipps lieber? Was interessiert dich? Ich beantworte gerne Fragen und stehe mit Tipps und Tricks bereit! 🙂

 

 

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